Ich will 'nen Cowboy als Mann!

29Juli2016

Melde mich zurück aus dem besten aller Urlaube!

Das Reisen mit meiner Gastfamilie war toll gewesen, nach D.C. zu fliegen mega schön, die Wochenenden an den Niagarafällen und dem Haus am See haben einfach nur Spaß gemacht, die Yellowstone Tour war atemberaubend schön, aber nichts und ich sage wirklich rein gar nichts, war schöner als die Woche, die ich mitten in den Rocky Mountains auf der Badger Creek Ranch in Canõn City, Colorado, verbracht habe.
Dass die Meinungen, wie man einen schönen Urlaub verbringen kann, auseinander gehen, verstehe ich. Ich weiß auch, dass viele Leute diesen Urlaub wahrscheinlich total langweilig oder doof gefunden hätten und sagen, man ist die doof auf so eine Duderanch zu fahren, wo sie doch in Miami am Strand liegen könnte. 
Und ich bin heute so froh, dass ich nicht in Miami am Strand lag, sondern diese tolle Erfahrung aus Colorado mitgenommen habe, denn so viel habe ich für mich festgestellt, ich hätte nirgendwo anderes eine perfektere oder schönere Zeit haben können.

Die Ranch liegt ca. auf 2000m inmitten der Rocky Mountains. Um die Ranchgebäude herum ist nichts als weites Land und endlose Grasfläche. 
Die Fahrt nach dort oben war super lang, bestimmt 3 Stunden von der nächsten Stadt entfernt immer den Berg hoch. 
Die Aussicht war dafür natürlich einzigartig und wunderschön. Ich war anfangs etwas beunruhigt, weil ich so ganz alleine fuhr und eine Woche lang dort alleine sein würde, aber schon im Auto, das mich vom Flughafen abholte, wurde ich beruhigt. Denn dies sind die wohl nettesten, liebsten und lässigsten Menschen, die ich je getroffen habe. 
Zwei Ehepaare in den späten 40-ern betreiben die Ranch, die neben dem Touristengeschäft auch noch Rinder züchten, wie richtige Cowboys eben. Am Flughafen lernte ich Crissy kennen, die mir gleich alles erzählte, was in den nächsten Tagen so anstand und wie das Leben auf der Ranch so abläuft. Angekommen auf der Ranch traf ich dann auch Natalie und Brian, die auch einen super netten ersten Eindruck machten und  Amy, die als Auszubildende auf der Ranch arbeitet und in meinem Alter ist, was mich sehr freute, denn dann war ich nicht ganz so alleine und wir verstanden uns auch auf Anhieb super. 
Zuerst bezog ich mein Zimmer, das superschön im Westernstil eingerichtet war und bin dann auf Erkundungstour in der Umgebung gegangen. Ich habe in diesem Urlaub echt meine Freude am Wandern entdeckt, obwohl es auch echt ansregend war bei der Höhenlage und den heißen Temparaturen. 

Wunderbare Aussicht Mal keine roten Blüten Wildblumen Die Ranch aus der Ferne So friedlich

Dann war es auch schon Zeit fürs Abendessen. Die Mahlzeiten fanden immer im Haupthaus statt, in dem auch Brian, Natalie, Crissy und ihr Mann (den ich leider nicht kennengelernt habe) und Amy wohnen.
Es war immer ein gemütliches Beisammensein und ich hatte nicht einmal das Gefühl allein zu sein oder nicht erwünscht zu sein. Ich fühlte mich so wohl, denn alle behandelten mich mehr wie ein Familienmitglied das zu Besuch da ist als eine komplett Fremde. Das fand ich super schön. Und ich denke nach diesem Urlaub an diese Menschen auch wirklich mehr wie an Familie. Ich glaube es tat mir auch einfach gut, dass sie so anders waren als meine Gastfamilie, denn während des Sommers gab es bei uns immer öfter mal Stress über alles Mögliche und ich fand es so toll, dass ich hier bei den Ranchern einfach so genommen wurde, wie ich bin.
Mir wurde noch angekündigt, dass am nächsten Tag ein junges Pärchen ankommen würde, und wie sich herausstellen sollte, würde ich zwei neue wirklich gute Freunde kennenlernen.

Meine Unterkunft! Die Hühner waren wirklich manchmal zum Tod lachen Badger Creek Ranch

Aber erst einmal gings am Morgen für mich in den Sattel. Ich hatte schon ein wenig Bange, denn ich bin zwar vorher schon geritten, aber das war auch Jahre her und ich wusste auch, das Westernreiten nochmal ganz anders ist. Zum Glück hatte man mir das von der Körpergröße kleinste Pferd an die Hand gegeben, Tilo. Zu meinem Pech hielt Tilo einen morgendlichen Ausritt für unnötig und er bewegte sich erstmal keinen Zentimeter. Nachdem wir fast eine Stunde gebraucht hatten um Tilo vielleicht 20 Schritte vorwärts zu bekommen und mir schon jetzt alles wehtat, weil ich ihn ja antreiben sollte mit meinen Unterschenkel, gaben wir es auf und ich bekam ein anderes Pferd. Spike war leider ein gutes Stück größer als Tilo und ich hatte echte Bedenken, wie ich rein technisch auf dieses Pferd aufsteigen soll, aber mit jedem Tag wurde es besser und besser.
Bei Spike hatte ich dann sofort das Gefühl, das die Chemie zwischen und stimmte und er nicht so störrisch ist wie Tilo. 

Mein Pferdchen Spike

Also unternahmen wir einen kurzen Ritt zum Buffalo Rock, ein Felsen, der aussieht wie ein Bisonkopf, das war abgefahren, und zur Opalmiene, wo wir tatsächlich ein paar Opale faden, die sich jetzt sicher in meiner Schmuckchachtel befinden. Wir trafen sogar auf ein paar Rinder. Amy gab mir eine kurze Einführung in das Rider treiben und dann haben wir es ausprobiert. Das gab mir dann wirklich das Gefühl als wäre ich ein echtes Cowgrils, vor allem als die Rinder sich tatsächlich in die Richtung bewegten, die ich ihnen vorgab.
Obwohl ich sagen muss, dass ich den Muskelkater erst so die letzten zwei Tage zu spüren bekam, waren die Stunden im Sattel doch echt anstrengend, wenn man es nicht gewohnt ist.

Ausritt durch die Prärie Rinder treibenArbeit getan für heuteGemächlicher Ritt durch die BergeHat sich die Kuh etwa verlaufen?Buffalo Rock

Da ja jetzt auch das Pärchen, Kelly und Mike, da waren konnten wir alle zusammen einen längeren Tagesritt machen. Zu unser aller Vergnügen bekam Kelly, die am liebsten immer ganz an der Spitze voran galoppiert wäre, den immer noch sehr bewegungsträgen Tilo. Er bewegte sich jetzt zwar vorwärts, aber in einem Tempo, das man meinen könnte, er wäre selbst schon eingeschlafen.
Aufregender als Tilos Tempo war unser Ziel: alte Indianerhöhlen. Wir ritten fast 4 oder 5 Stunden bis wir sie erreicht hatten und machten dort Mittagspause. 
Während die anderen sich im Gras ausruhten und das Wetter und die Aussicht genoßen, konnten Mike und ich uns einfach nicht mehr einkriegen. Wir waren wie kleine Kinder, die den tollsten Abenteuerspielplatz der Welt entdeckt hatten und hätten am liebsten jede einzelne Höhle bis in die letzte Ecke erforscht. 
Wir fanden sogar ein paar alte Indianerzeichnungen tief in einer der Höhlen (leider ist die Bildqualität so schlecht, das ich keine brauchbaren Bilder davon habe). Als wir dann jedoch in einer Höhle Bären oder Puma spuren fanden, verging uns die Lust am Erforschen ein bisschen und wir machten uns wieder auf den Rückweg zur Ranch.

Mittagspause auf Cowboy Art Höhlenforscher Höhlen erkunden macht Spaß Tagesausflug zu Indianerhölen

Am nächsten Tag gab es einen weiteren Tagesritt. Diesmal sollte es auf die Suche nach der Hauptrinderherde gehen, um zu sehen, ob alles okay ist. Wir ritten beinahe 5 Stunden, als sich über uns ein Gewitter zusammen braute. Wir waren also oben auf einem Berg, ohne jeglichen Schutz, Meilen von der Ranch entfernt und auf Pferden (die ja nicht grade die ruhigsten Tiere sein können, wenn es um Sachen wie laute donnernde Gewitter geht). Super! Uns drei "Besucher" packte ein wenig die Panik, aber als wir sahen, dass unsere Begleiter und Vollzeit-Cowboys ruhig blieben, beruhigte uns das ein wenig.
Wir ritten also schnellstmöglich weg von dem Gewitter, immer gegen den Wind und suchten in einem Tal Unterschlupf in einer kleinen Baumgruppe. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle aber auch schon nass bis auf die Haut und es fing zu allem Überfluss auch noch an zu Hageln.
Während das Gewitter nun in vollem Ausmaß über uns tobte, standen wir eng beieinander an unsere Pferde gekuschelt und aßen unser Mittagessen.

Die Todeswolke! Nächster Tagesritt Vom Gewitter überrascht alles nass!

Als endlich wieder die Sonne rauskam, machten wir uns auf den Rückweg. Und dann fanden wir doch noch die Herden nach der wir gesucht hatten. Glück im Unglück, sozusagen.
Heil wieder bei der Ranch angekommen, machten wir uns alle frisch und fuhren dann runter in die Bergstadt Salida.
Meine Fresse ist das eine schöne Stadt! Da würde ich gerne wohnen, das war wirklich wunderwunderschön. Erst sind wir ein bisschen durch die belebten Straßen gelaufen und dann haben wir ein Countrymusik-Konzert der Band "The Trishas" vesucht, die wirklich gut waren. Die richtige Musik zu dieser ganzen Western-Atmosphäre.
Nach dem Konzert haben wir sogar noch ein Foto mit dem Trishas machen können. Das waren echt super nette Mädels.

Hahahaha! Achtung schreckhafte Eiscreme The Trishas

Am letzten Tag sind Kelly, Mike und ich noch, bevor es zum Flughafen ging, in einen Canyon gefahren und ein bisschen gewandert. So war es wirklich der perfekte Abschluss für einen perfekten Urlaub. Und dennoch war ich glaube niemals zuvor so traurig, dass ein Urlaub zu Ende war. Vor allem weil nach diesen ganzen aufregenden letzten Tagen in Chicago alles sehr langweilig und eintönig sein würde. 
Und ich vermisse definitiv die Berge sehr! Und meinen treuen Spike! 

Wandern durch den Canyon Nach ganz oben geklettert Kleiner Wasserfall Wo bin ich? Am Fluss im Tal des Canyons

 

Ich werde diese wundervollen Menschen nie vergessen und wir planen irgendwann einmal ein Wiedersehen!

Eigentlich schon fast Familie - meine Reisefamilie

 

Make something out of nothing
Temporary restoration
An original creation,
A deadringer for the real thing

High, wide and handsome
Taking pennies from a jar
In interesting conditions, you discover who you really are
Who you really are

Turn an old wagon wheel into a chandelier hanging from a ceiling
Move the mirror from the chifforobe into the hall where it’s more appealing
It’s the lack of creature comforts that make you pay a little bit more attention

Yes indeed, necessity is the mother of invention
Yes indeed, necessity is the mother of invention

Conjure up a mannerism
Like planting flowers in the tires
Jump off the bandwagon
Tendencies that only you’d admire

It’s the best of indecisions

When you have to re-create
It’s the worst of any visions
When there’s chances that you don’t take
That you don’t take

Turn an old wagon wheel into a chandelier hanging from a ceiling
Move the mirror from the chifforobe into the hall where it’s more appealing
It’s the lack of creature comforts that make you pay a little bit more attention

Yes indeed, necessity is the mother of invention
Yes indeed, necessity is the mother of invention

Turn an old wagon wheel into a chandelier hanging from a ceiling
Move the mirror from the chifforobe into the hall where it’s more appealing
It’s the lack of creature comforts that make you pay a little bit more attention

Yes indeed, necessity is the mother of invention
Yes indeed, necessity is the mother of invention
Yes indeed, necessity is the mother of invention

The Trishas - Mother of Invention