Berichte von 01/2016

O! Say can you see ... Sport in Amerika

29Jan2016

JA - es geht weiter! :D

Endlich kann ich an meinen letzten Eintrag anknüpfen. Ich musste leider wirklich feststellen, dass der Tag dann doch nur 24h hat und es wirklich schwer ist, sich einmal eine Zeit für das Blog schreiben einzuräumen. Außerdem musste ich in den vergangenen Tagen erst mal rausfinden, wie ich die ganzen Bilder und Videos von meinem neuen iPhone auf meinen nicht iTunes kompatiblen Laptop bringen kann. Hat einen Moment gedauert :P
Und so einen Eintrag ganz ohne Bilder fände ich auch irgendwie kacke...

Also wo soll ich denn am besten anfangen?
Ich war letzte Woche im deutschen Generalkonsulat, um mir endlich meine Führerschein-Beischeinigung zu holen. Damit kann man sich dann einen amerikanischen Fürherschein holen, ohne nochmal eine "Fahrschule" zu machen. Das ist allerdings anscheinend nur Deutschen möglich, was dann doch ganz praktisch ist. Naja, da ich aber eigentlich eh wirklich so gut wie kein Auto fahre, konnte ich mir damit auch Zeit lassen.
Es war eigentlich nicht wirklich aufregend. Ich musste nach Downtown fahren und in den 62 Stock (oder so) in einem der Wolkenkratzer hochfahren.
Die Sicherheitskontrollen waren natürlich wieder mal unvermeidbar und ich musste auch mein Handy bei der Security abgeben, aber zumindest konnte ich meinen Rucksack mit reinnehmen und durfte auch meine Schuhe anlassen :P
Die Mitarbeiter, alles deutsche Staatsbürger, sprechen logischer Weise auch deutsch, von daher war es wirklich unkompliziert und nach 15 Minuten war ich auch schon wieder draußen.

Es ist im Moment echt noch a****kalt hier und sogar der Chicago River und Lake Michigan sind halb gefroren. Was echt beeindruckend ist, wenn man sich die Größe des Sees mal vorstellt.

gefrorener Chicago River Ohne Mütze und Kaputze geht nix!

Soooooo nun aber zum spannenden Teil:

Ich habe am vergangenen Wochenende mal einen guten Einblick in die amerikanische Sportkultur bekommen. Am Freitag sind wir - und es lässt mich immer noch grinsen - in eine High School gefahren, um uns dort Wrestling/Ringen an zu gucken. Zugegeben, der Sport ist jetzt nicht so meins, aber, oh mein Gott, diese High School...! Es ist einfach mal alles so Klischee mäßig, das ist echt so geil! Leider waren alle Gänge gesperrt, außer die, die zur Sporthalle führen. Deshalb nur einen kleinen Einblick per Fotos hier...

High School Wand mit Bildern aus allen Jahrgängen Schließfächer im Gang der High School

Halbnackte Teenager in hautengen Strampelanzügen und einem albernen Helm auf dem Kopf, die sich auf einer Matte eng aneinander rangeln.

Das ist mein Eindruck vom Wrestling :D Aber es war ganz interessant, denn man verspürt wirklich ein Gemeinschaftsgefühl, das ist unglaublich!
Das habe ich auch bei dem Basketballspiel bemerkt, zu dem ich am Sonntag dann gefahren bin.
Es ist wirklich eher das Drumherum (Cheerleader etc.) als der eigentliche Sport, der diese Events so gut macht. Von dem eigentlichen Spiel hab ich wirklich nicht so viel mitbekommen, aber die Zwischeneinlagen in den Pause waren einfach super!

Am Anfang von jedem Spiel (egal ob beim Football, Wrestling, Basketball usw.) gibt es einen für mich als Deutsche sehr befremdlichen Moment.
Und zwar wird zu Anfang immer die amerikanische Hymne (im Video als Hintergrundmusik) gespielt. Alle stehen dabei, halten sich die rechte Hand ans Herz und schauen zur Flagge (die immer irgendwo im Stadion hängt) rauf und feiern ihre Nation. Die Hymne ist meist nur von einer Person gesungen und mit wenig bis gar keiner Musik unterlegt. Es wird auch nicht mitgesungen, das ist eine ganz ernste Sache und man kann die Amis quasi vor Stolz triefen sehen :D
Klar ist die amerikanische Kultur, was das zeigen ihrer Flagge angeht, sowie so grundlegend anders als die deutsche. Hier kann man fast in jedem zweiten Vorgarten oder im Fenster eine Flagge sehen und alle freuen sich, wenn sie sie sehen. Ich habe mich etwas fehl am Platz gefühlt, bei dieser Zelebrierung und einfach nur beeindruckt dabei gestanden.

Ja wenn dann mal, welche Sportart auch immer, im Gange ist, sind die Fans nicht mehr zu halten und unterstützen ihr Team so laut (!) es geht :D
Einlauf beim Basketball Maskottchen mit Flagge Spielstand - Wir gewinnen! Wrestling - Regeln hab ich nicht wirklich verstanden :P

Sehr witzig fand ich auch am Ende des Basketballspiels, dass alle Kinder auf das Spielfeld gebeten wurden und dann tanzten alle den Chicken Dance (Ententanz). Es war sehr lustig anzuschauen ;) Begleitet werden diese ganzen Veranstaltungen von einem live Orchester, das wie ich finde mega cool klingt, leider war die Musikquali nicht so gut, so dass es nicht mit im Video ist.  Aber ich glaube, den besten Eindruck bekommt ihr über das Video, denn es ist doch sehr schwer zu beschreiben, vor allem wenn man von den Regeln und so weiter keine Ahnung hat :D Und sorry wenn es ab und zu etwas wackelt, manche Aufnahmen hat eins meiner Kids gemacht :P

(Nur so ne Info am Rand, die weiße Flagge mit dem Adler ist die von Illinios. . . Die daneben ist die der USA :D)

 

So und jetzt will ich nochmal übers Essen reden.
Da ich das alltägliche Brot/Essen hier nicht wirklich mag, kann ich dafür das breite Restaurant-Angebot nur loben. Es ist wirklich unglaublich lecker :)
Und am Samstag habe ich wieder mal einen Kochtag mit meiner amerikanischen Freundin gemacht - es gab Brownies und Crepes uuuuund Sellerie mit Erdnussbutter (war seltsam, aber nicht ekelig) -  und wir überlegen jetzt ernsthaft einen Kochkurs zu belegen :D

Chicago deep dish Pizza Pottbelly - geiler Sandwichladen Bestes aus Amerika Yumi Crepes Brownies *.* 

Ich bin wie man vielleicht sehen kann, eher so im Schnucke-Modus :D
Butterfinger sind echt super lecker, wenn man Peanutbutter mag, aber auch die Hershey Schokolade ist echt super gut! Und natürlich darf Canada Dry nicht feheln....Ist das jetzt amerikanisch oder kanadisch? :P

Und zum Abschluss noch ein kleiner Scherz. Habe mit meinen Kids gebastelt und dabei kam das raus:

Papierboote

Können genaue 22 Pennies halten, bevor sie versinken :D

Ich werde morgen zu einem Pancake Frühstück gehen, worauf ich mich schon super mega doll freue. Wenn ich die Zeit habe, lade ich die Bilder morgen noch schnell hoch...

Blaubeerpfannkuchen, Banane, Rührei und Bacon!

Bis dahin - Tschüüüüü!

Happy New Year!

14Jan2016

Frohes Neues alle zusammen!

Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber in den letzten Tagen hatten wir einige Probleme mit dem W-LAN, jetzt geht es zum Glück wieder :D
Es ist außerdem nicht so viel Spektakuläres passiert, dass ich letzte Woche schon einen ganzen Bericht draus hätte machen können...
Ich habe so langsam meine Routine im Alltag meiner Gastfamilie gefunden, was mir wirklich gut tut, denn man kommt ja am Anfang gar nicht aus den Aufregungen raus.  Man muss so viel erledigen, sei es das Bankkonto einrichten, sich für Collegekurse anmelden, eine ameikanische Handynummer besorgen, die Umgebung und neue Leute kennen lernen, das Leben der Gastfamilie verstehen und sich darin einleben, das Heimweh, die ganzen Feiertage, die fremde Sprache. Alles ziemlich aufregend und anstrengend.
Jetzt nach 2 Monaten kann ich endlich mal etwas zur Ruhe kommen. Die Feiertage sind rum, das Heimweh fürs erste verflogen und man hat schon ein paar Freundschaften geschlossen und das meiste geregelt.
Für mich steht nur noch die Beantragung eines amerikanischen Füherscheins auf der To-Do-Liste.
Das ist zum Glück für deutsche Au-Pairs sehr viel entspannter, denn wir müssen keine Fahrprüfung machen. Wir können einfach zum deutschen Konsulat gehen und uns eine Bescheinigung holen, mit der man dann den amerikanischen Fühererschein ohne Probleme bekommt.
Das steht also nächste Woche noch an, aber nun erstmal zu meinen vergangen 2 Wochen.

Dieses Silvester war für mich so anders. Es war das wohl ruhigste Silvester seit ich denken kann.
Da ich am Silvesterabend bis spät arbeiten musste und aufgrund von technischen Schwierigkeiten mich nicht mit meinen Freunden in Verbindung setzten konnte (wir wollten eigentlich zusammen feiern), musste ich wohl oder übel zu Hause bleiben. Es war aber auch so ganz gemütlich. Meine Gastfamilie hatte Besuch und wir haben alle zusammen Pictionary gespielt. (Zwei Teams spielen gegeneinander, indem jeweils einer aus der Gruppe einen Begriff zeichenen muss, den die Gruppe dann erraten soll) Ich gebe zu, wenn man dieses Spiel nicht in seiner Muttersprache spielt ist es beinahe unmöglich einen guten Job zu machen, aber es machte doch riesig Spaß :D
Dann um 22:50 Ortszeit Chicago, haben wir uns im TV die Silvesterparty auf dem Timesquare in NYC angeschaut und darauf gewartet, dass "the ball drops". Beim Timesquare ist eine Kugel, die während des Jahres immer weiter aufsteigt, am Silvesterabend fällt dieser Ball dann mit dem Countdown zum neuen Jahr nach unten und wenn er unten aufkommt, springt das Jahr in der Anzeige um. Da NYC aber eine Stunde vor der Chicagozeit ist, war es bei uns erst 23 Uhr als wir uns im TV ansahen, wie alle sich ein frohes Neues wünschten. Und wir taten es dann auch. Es war seltsam, denn eigentlich war ja noch gar nicht Neujahr, aber meine Gasteltern erklärten mir, dass wirklich viele Amerikaner diesen Moment, wenn der Ball fällt, im TV gucken und dass das für sie das neue Jahr bedeutet, auch wenn sie in ihrer Region noch gar nicht soweit sind.
https://www.youtube.com/watch?v=9LUpmrTEQ5k

Mehr gab es dann auch nicht. Kein Sekt, keine Böller. Aber nicht nur bei uns sondern anscheinden in der ganzen Stadt. Dann schauten wir uns noch eine Stunde die Party in Chicago Downtown an und warteten auf den wirklichen Zeit getreuen Countdown für uns.
Als dieser dann auch rum war, gings für mich irgendwann ab ins Bett.
Als ich dann am nächsten Morgen arbeiten musste, war ich auch ganz froh drum, dass ich nicht feiern gewesen war, sondern wenigstens halbwegs genug Schlaf bekommen hatte.

In der zweiten Ferienwoche der Kids besuchten wir den Botanischen Garten in Chicago, der jedes Jahr eine beeindruckende Ausstellung mit kleinen Modelleisenbahnen und wunderschönen Nachstellungen berühmter Gebäude aus Holz zeigt.
Es war um mich deutlich auszudrücken a****kalt und wir latschten durch diesen riesigen Park, der im Sommer wirklich schön sein muss mit all den Blumen usw., aber im Winter sind da halt einfach ein paar kahle Bäume, Schnee und ein halb zugefrorener See.
Ich war heilfoh, dass die Ausstellung drinnen war.
Und in den großen Gewächshäusern mit tropischen Temparaturen wurde es mir dann auch zeitweise dezent warm in meiner Winterjacke und mit dickem Schal :D
Palmen im Winter Sooooo schön!KakteenBlumen *.*BaumkunstWeihnachtssterneRot - beste FarbeOrchideenLadybug = Marienkäfer

Die Blumen sind einfach wunderschön gewesen und ich will auf jeden Fall im Sommer nochmal wiederkommen, um auch das Außengelände in seiner ganzen Pracht zu sehen.
Die Austellung an sich war wirklich süß gemacht und die ganzen Gebäude sind wirklich so detailgetreu. Einfach unglaublich. Und dazwischen fahren die kleinen Züge durch Tunnel und über die Köpfe der Besucher, alle mit einem winkenden Santa Claus im Fensters.
Chicago Bean, die hier aussieht wie ein Po :D Vor der (un)echten Skyline Chicago Theatre  Kleine Modelleisenbahn Chicago Skyline aus Holz

Ich muss aber auch echt sagen, ich bin froh, dass es in Amerika nur zwei Wochen Winterferien gibt. Es war wirklich mega anstrengend die Kids rund um die Uhr zu beschäftigen, vor allem weil man die meiste Zeit auf Grund des Wetters nicht wirklich rausgehen konnte. Dazu kommt noch, dass ich fast 2 Wochen nicht mit meinen Lieben daheim skypen oder telefonieren konnte, weil ich praktisch nur am arbeiten war. Ich mag mir jetzt lieber noch nicht vorstellen wie das bei 2 Monaten Sommerferien wird :O :D

Naja, die nächsten Ferien sind erst wieder Ostern und da planen wir eine kleine Reise, auf die ich mich schon sehr freue.
Und nicht nur darauf. Ich habe letzte Woche meinen ersten "Urlaub" gebucht. 3 Tage Washington D.C. bei einer dort als Au-Pair lebenden Freundin.

Tip für angehende Au-Pairs: Wenn ihr auf den Orientations seid, findet soviele Freunde wie ihr könnt und am besten nicht nur welche, die bei euch in der Nähe wohnen, denn dann könnt ihr euch gegenseitig besuchen. Dadurch seht ihr mehr von den USA, habt jemanden der sich dort auskennt und müsst kein teures Hotel bezahlen, weil die meisten Gastfamilien es erlauben, dass man dort übernachten darf.

Ich kann es noch nicht glauben, dass es schon/erst 2 Monate sind. Einerseits fühlt es sich an als würde die Zeit rasen und man denkt sich: "Oh Gott, dieses Jahr wird viel schneller rum sein, als es mir lieb ist." Und auf der anderen Seite, wenn man mal einen schlechten Tag hat denkt man: "Ach du kacke, noch nicht mal 2 Monate, wie lange soll das noch dauern? Eine Ewigkeit. Ich will sofort nach Hause."
Also wie man vielleicht raushört, meine Gefühlsschwankungen haben sich nicht wirklich verändert, sie sind nur weniger geworden. Aber grade wenn man mal einen harten Tag hat, ist dieses Gefühl einfach so stark, dass man wirklich nur ganz schwer aus seinem Trauerloch rauskommt.
Deshalb bin ich froh und dankbar, dass ich so tolle Gasteltern habe, bei denen ich mich zur Not auch mal ausheulen kann :P und natürlich meine Leute zu Hause bei denen ich sowie so immer rumheule ;)

Mein Fazit also: Über die Feiertage war ich in meinem Trauerloch versunken, doch jetzt habe ich eine gute Routine gefunden und dadurch bin ich allgemein ausgeglichener. Klingt irgendwie nicht wiklich gut, aber ist es! :D

Vielleicht kommt am Wochenende nochmal ein kleiner Bericht über die Idiotie der Banken und meinen haben Nervenzusammenbruch am letzten Wochenende, aber nur wenn es dieses Wochenende ruhiger zu geht :D

Bis dahin erstmal: Tschüssi :)