Berichte von 11/2015

Orientation in New York City!

15Nov2015

Straßenschilder in NYC   

Das lange Warten hatte ein Ende! Endlich ging es los - Ab in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch schon bei unserer Ankunft im Flughafen wurden uns gewisse Grenzen aufgezeigt. Nachdem wir sicher und ohne Probleme durch die Passkontrolle gekommen waren, wollten wir nun unser Gepäck abholen. Es fuhr auch schon auf dem Band herum und ich fand meinen Koffer sofort, was mich sehr glücklich machte. (Was hat man nicht schon alles für Geschichten gehört von wegen der Koffer ist nicht da, man muss ihn erst finden und nachsenden usw.)
Meine Reisepatnerin hatte neben ihrem Handgepäckskoffer und der Handtasche noch zwei (!) weitere Koffer - weshalb sie den Beinamen "the Queen of England" bekam.
Nun hatte also the Queen of England ihre drei Koffer plus Handtasche vor sich stehen und wollte einen von den Gepäckwägen holen, die aufgereiht waren wie unsere Einkaufswägen in Deutschland. Wir beobachteten Flughafenangestellte, wie sie die Wägen holten und sahen, dass man dafür zahlen muss und die Wägen an den Rädern geblockt sind, solange man nicht bezahlt hat. Also ging the Queen zu dem Automaten und steckte den ersten $1 rein. Nichts geschah, der Wagen ließ sich nicht bewegen. Sie fragte eine vorbeikommende Putzfrau, ob sie helfen könne. Diese fragte, ob schon bezahlt wurde und sagte, dass sie kein Geld mehr reinstecken soll. Bereitwillig versuchte die Frau mit sämtlicher Kraft und Gewalt, die sie aufbringen konnte, den Wagen aus der Verankerung zu schieben, aber es ging nicht. Sie versuchte es so energisch, dass ich Angst hatte, sie würde den Wagen und das ganze System demolieren. Sie war etwas genervt davon und suchte jemanden, der es möglich machen könne den Wagen zu bewegen, doch da war niemand. Nach erneuten energischen Versuchen der erfolglosen Zerstörung sah sie auf den Automaten und begann genervt zu schmipfen, denn es fehlten lediglich $4, die noch nicht bezahlt waren. Denn meine Freundin hatte ja nur $1 reingetan - es kostete aber $5. Nun war die Frau sehr sauer und ich distanzierte mich so gut es ging von ihr und verkniff mir mein Schmunzeln über diese Peinlichkeit, die meiner Freundin widerfahren war.

Der restliche Weg zum Hotel verlief zum Glück reibungslos und unser erster Blick auf die nächtliche Skyline Manhattans war gigantisch. Ich hätte es allerdings mehr genießen können, wenn nicht die Fahrweise unseres Minibusfahrers so angsteinflößend gewesen wäre. Wir flogen über Straßenunebenheiten und hatten bestimmt 5-6 Beinahe-Zusammenstöße mit anderen riesen Autos. (Was Autos angeht erfüllen die Amerikaner wirklich jedes Klischee, dass ich kannte - in den großen schnellen Autos ist nur Platz für eine Person, nämlich den Fahrer)
Das nächste Problem fand sich als wir unsere Zimmer betreten wollten. Viele von uns wollten noch eine Duschen nehmen vor dem Schlafen, denn es war schon 23 Uhr. Als ich in mein Zimmer kam realisierte ich mit einem riesen Schreck, dass da schon zwei Mädels in ihren Betten lagen und mich mit verwirrten, verschlafenen Gesichtern anstarrten. Ich schob schnell meine Koffer rein und ging zurück auf den Flur. Das musste ich erstmal verdauen, denn niemand hatte uns vorher gesagt, dass da schon Mädchen in den Zimmern sind. Wie ich auf dem Flur feststellen musste, war ich dann doch eines der glücklicheren Mädchen, denn andere standen vor einer von innen verschlossenen Tür und mussten solange klopfen, bis die schon schlafenden Mädchen aufwachten und ihnen genervt öffneten. Also wurde leider auch nichts aus der nächtlichen Dusche...
Nach 4 Stunden Schlaf wachte ich wieder auf und konnte meine Zimmergenossinnen nun richtig kennenlernen. Sie waren echt nett und überhaupt nicht sauer, weil ich sie mitten in der Nacht geweckt hatte. Auch die Sprachbarrieren konnten wir schnell und einfach überwinden und mit den Tagen wurde es rasant besser.

Von all den laaaangen Vorträgen und stundenlangem Sitzen will ich nicht viel erzählen, aber die Art und Weise, wie die Amerikaner ihre Vorträge halten ist echt klasse. Keineswegs langweilig und immer mit viel Humor kriegen sie einen dazu, auch nach 8 Stunden noch aufmerksam zu zuhören.

An unserem ersten Abend (Montag) fuhren wir mit ein paar Mädels in die City zur Grand Central Station und gingen zum Times Square. Es war einfach atemberaubend. Menschenmassen drängen sich zwischen den Straßen, die von Wolkenkratzern gesäumt sind. Alles wirkt so eng, obwohl die Straßen viel breiter sind als zu Hause.

Times Square

Am Dienstagabend gings dann ab zur NYC-Bus-Tour. Es war wirklich cool. Unser Tourguide führte uns zu allen wichtigen Plätzen (natürlich kann man nicht alles in New York sehen, selbst wenn man 1 Jahr dort leben würde; aber zu den bekanntesten) Wir fuhren ganz hoch ins Rockefeller Center (Top of the Rock) von wo aus man eine fantastische Aussicht über ganz NYC hat.
Einfach wundervoll - ich konnte mich gar nicht satt sehen.

NYC at night - Top of the Rock

Besonders gefiel mir die Weihnachtsdeko, die jetzt schon ganz New York beleuchtet. Jedes Geschäft, jeder Baum - einfach alles glitzert und blinkt und stimmt einen richtig auf Weihnachten ein. Ich musste bei all den dekorierten Desingerläden an meine Schwester denken, wenn sie das sehen könnte, ich glaube sie würde sich zu Tode shoppen :D Oder zumindest vor jedem Geschäft eine halbe Stunde stehen und den Sachen hinterherschmachten, die sie sich sowie so nicht leisten kann. ;) Aber ich muss sagen auch mich hat es ab und zu in Versuchung geführt, aber es blieb dann doch nur bei einem $15 T-Shirt von NY.

Weihnachtsbeleuchtung *.*Eislaufbahn am Rockefeller CenterIt's christmas time!

Zuletzt machten wir Halt am Fluss und hatten eine wundervoll klare Sicht auf die Freiheitsstaue. Sie war sehr weit weg und doch konnte man sie besser sehen, als ich gedacht hatte. Es hatte auch etwas Spukiges mit dem halbvollen Mond über ihr, der sich im Wasser spiegelte. Manche würden es wahrscheinlich romantisch nennen, aber nicht ich :D

Freiheitsstatue

Die restlichen Tage verliefen eher ruhig. Alle waren ständig müde - Jetlag, das ständige Im-Kopf-Übersetzten der Vorträge oder wärend der Gespräche mit den neuen Freunden, der wenige Schlaf.
Ich hatte mir vorher nie vorstellen können wie entspannend es für das Hirn ist, wenn man mal ein paar Minuten in seiner Muttersprache sprechen kann. Das ist wirklich seltsam.

Mein Fazit für meine erste Woche in New York: Alle Daumen hoch!
Ich muss nochmal wiederkommen, um noch mehr von dieser gigantischen, auf ihre Weise wunderschönen Stadt zu sehen.

See you soon!

Botschaftstermin und die letzten Vorbereitungen

04Nov2015

Wenn man in einer Familie platziert wurde, geht auf einmal alles super schnell und wenige Tage später hält man dann die nötigen Papiere für die Beantragung des Visums in der Hand. Das ist dann doch nochmal ein sehr wichtiger Schritt in Richtung Ausreise. Aber viele zukünftige Au-Pairs haben vor diesem Besuch in der U.S.-Botschaft - wie sage ich es mal - Respekt. Auf mich bezogen war es eher Panik :D Aber ich möchte hiermit alle, die sich deswegen Gedanken machen, beruhigen. Es ist wirklich super einfach.
Ich hatte das große Glück innerhalb von 3 Tagen einen Termin zu bekommen, doch leider war der in Berlin. Da ich aus Hessen komme, bin ich also einen Tag vorher nach Berlin gereist und habe dort übernachtet. Weil man in die Botschaft ja wirklich gar nichts mitnehmen darf (elektronische Geräte, Taschen/Rucksäcke, Regenschirme etc.) außer den nötige Papieren, schloss ich meinen Rucksack mit Handy usw. am Bahnhof in ein Schließfach. (Übrigends darf man auch keine elektronischen Autoschlüssel mit in die Botschaft nehmen!!!)
An der U-Bahn-Station traf ich dann zwei Mädels, die ebenfalls zur Botschaft wollten (die eine war ebenfalls ein Au-Pair) und wir haben uns für diesen Tag zusammen getan.
Die Botschaft war schnell gefunden und allein schon an der langen Schlange von Menschen gut zu erkennen. Wir hatten das Pech, dass es ununterbrochen geregnet hat und bis wir dann endlich rein durften, waren meine ganzen Sachen komplett nass. Man kommt zuerst in ein kleines Häuschen neben der Botschaft, wo man an einem Schalter seinen Reisepass zeigt. Der Mitarbeiter überprüft, ob man wirklich einen Termin hat und dann gehts weiter zum Sicherheitscheck, wie man ihn vom Flughafen kennt. Dann darf man in das Botschaftsgebäude.
Dort gibt man an einem weiteren Schalter alle seine Papiere ab, setzt sich hin und wartet. Es sind ungefähr 30 andere Leute da, die auch alle warten und man denkt, dass das hier ewig dauern wird. Es wird auch nicht wirklch auf die Termine geachtet, ich war ca 1 1/2 Stunden vor meinem Termin an der Botschaft und bin daher relativ pünktlich drangekommen, aber eigentlich geht es nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Irgendwann wurde ich dann aufgerufen und mir wurden Fingerabdrücke genommen. Der Mitarbeiter war echt mega nett und wir haben uns auf einem Deutsch-Englisch-Mix unterhalten.
Dann musste ich wieder warten, bis ich zu dem "Interview" aufgerufen wurde. Es war dann doch, fand ich, den ganzen Aufwand nicht wert, denn das von mir angstvoll erwartete FBI-Befragungsgespräch lief ungefähr so ab:

Typ: "Sie sind Lisa?"
Ich: "Ja."
Typ: "Waren sie schonmal in den USA?"
Ich: "Nein."
Typ: "Wo geht`s hin?"
Ich: "Nach Chicago."
Typ: "Schön. Ihr Visum ist bestätigt *klatscht den Stempel drauf* Sie erhalten ihren Reisepass in 5-7 Werktagen."

Also es hat wirklich nichtmal ganz eine Minute gedauert. Aber ich will mich ja nicht beschweren, solange ich mein Visum kriege :D
Also man muss echt keine Angst vor diesem Termin haben, die Mitarbeiter sind alle super lieb und man bekommt schonmal ein kleines biscchen amerikanischen Flair zu spüren.Tja und dann kam nach 3 Tagen mein Pass mit Visum zurück und ich war mega happy.

Meine letzten großen Aufgaben waren die Gastgeschenke...Doch wenn man sich ein paar Gedanken über die Familie macht und vielleicht nochmal nachfragt (unauffällig versteht sich), findet man 100%ig richtig schöne Sachen

Das wars mit meinem ersten Beitrag und viele weiter werden folgen, die dann hoffentlich spannender sind tongue-out